Der Retikulozyten-Produktionsindex (RPI) ist ein Indikator der erythropoetischen Aktivität. Im Falle einer Anämie ermöglicht er Rückschlüsse auf die Effektivität der Hämatopoese.
Information: Berechnung nur bei Anämie!
RPI ist nicht validiert für Kinder / Säuglinge <1 Jahr.
Die Reifezeit der Retikulozyten im Knochenmark verhält sich proportional zum Hämatokrit (HKT), d. h. sie fällt mit dem HKT ab und entsprechend steigt die Reifungszeit im Blut an. Die auf die jeweilige Reifungszeit (im Blut in Tagen) und normalen HKT von 45 % bzw. 0,45 l/l korrigierte Retikulozytenzahl wird Retikulozyten-Produktionsindex genannt.
Methode 1
Bei dem vorliegenden Rechner für den RPI wird ein Korrekturfaktor für den Reti-Shift nach folgender Formel für die vier dargestellten HKT-Bereiche berücksichtigt:
wenn (HKT >= 45,0 %) Reifungszeit = 1,0
wenn (HKT >= 35,0 % & HKT < 45,0 %) Reifungszeit = 1,5
wenn (HKT >= 25,0 % & HKT < 35,0 %) Reifungszeit = 2,0
wenn (HKT >= 15,0 % & HKT < 25,0 %) Reifungszeit = 3,0
Methode 2
Bei der vorliegenden Formel für den RPI wird ein Korrekturfaktor für den Reti-Shift für alle HKT-Werte individuell errechnet. Die hier zur Verfügung gestellte Formel liefert erfahrungsgemäß ähnliche Ergebnisse für den RPI wie gängige Blutbildautomaten mit automatischer Berechnung (Angabe ohne Gewähr).
Literatur:
Thomas, Labor und Diagnose 2020; www.labor-und-diagnose-2020.de
Hillman RS. Characteristics of marrow production and reticulocyte maturation in normal man in response to anemia. J Clin Invest. 1969 Mar; 48(3): 443–453.
© für diese Zusammenstellung: MVZ Labor Dortmund Dr. Niederau und Kollegen, Labor Dr. Limbach und Kollegen
letzte Änderung: 08.08.2023
Die für die jeweilige Berechnung zugrunde gelegten Formeln entstammen publizierten Studien.
Hinweise und Anregungen nehmen wir gerne entgegen!